Die Einführung neuer Technologien wird in den nächsten Jahren das Ende der Dienstleistungsgesellschaft einläuten. Schon in den letzten Jahren hat sich die Schere zwischen den schlechtbezahlten Jobs im Dienstleistungssektor und den High-Tech-Berufen geöffnet. 

Wenn wir nicht in einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung gegensteuern, droht uns eine Spaltung in Slum und Elite, schreibt Gunter Dueck. Denn schon heute sind wir nicht mehr bereit, bestimmte Dienstleistungen so zu bezahlen, dass diejenigen, die sie erbringen, davon leben können. Die Automatisierung vieler Bereiche (Handel, Bank- und Ver­sicherungswesen, Transport) und die Abwanderung des produzierenden Gewerbes in Billiglohnländer zwingt uns dazu, einen neuen Job für Deutschland zu suchen. Und der kann nur darin liegen, diejenigen Produkte zu erfinden und zu verbessern, die wir in die ganze Welt verkaufen können.

Dazu muss die Gesellschaft einen konsequenten Wandel zur Wissensgesellschaft bewältigen.


Die Lage ist wirklich sehr ernst. Ich will Ihnen zeigen, wie die Dienstleistungsberufe in den nächsten Jahren gnadenlos optimiert und automatisiert werden. Vielleicht die Hälfte aller Deutschen wird sich einen neuen Job suchen müssen oder in einen anderen hineinwachsen. Ja, es gibt einen Niedergang vieler lieb gewonnener und klassischer Berufe, aber auf der anderen Seite auch viele aufstrebende Bereiche in mehr akademischen, technischen und kreativen Sektoren, wo es sich gut arbeiten lässt. Den Niedergang menschlicher Berufe durch Automatisierung halten wir nicht auf. Er vollzieht sich automatisch im Zuge von normalen Effizienzbestrebungen, die wir langsam schon als "Sparwahn" empfinden. Wir müssen mit der Entrüstung aufhören, uns verabschieden und umorientieren. Ich könnte sagen: Deutschland als Land muss sich einen neuen Job suchen. Den gibt es! Fragen Sie nicht immer wieder, als wollten Sie, dass es besser keine Antwort darauf gäbe, auf die hin man hart arbeiten muss: "Wo gibt es gut bezahlte, interessante und erfüllende Arbeit?" Die gibt es, ganz klar: in einer Exzellenzgesellschaft. Das muss eine Wissensgesellschaft sein, in die wir alle mitnehmen, eine ganz und gar unelitäre Veranstaltung. Exzellenz für alle, die wir am besten nach bewusster Entscheidung plan- und druckvoll aufbauen müssen AUFBRECHEN! Das ist die Forderung der Zeit. Wir dürfen nicht festkleben an alten Strukturen und müssen uns als Land und Kultur in eine neue Zeit transformieren.

Anstatt alte Industrien zu subventionieren, muss der Staat die Infrastruktur schaffen, die als Grundlage für unsere Wettbewerbsfähigkeit benötigt wird. Mit einer Investition von 60 Milliarden Euro könnte beispielsweise ein bundesweiter Ausbau des Breitbandinternets finanziert werden, eine Summe, die auch schon einmal für die Rettung einer Bank ausgegeben wurde.

Als zweites Standbein eines zukunftsfähigen Deutschlands ist die Neuausrichtung unseres Bildungssystems unerlässlich. Ein Studium für alle muss als Normalfall angenommen werden, damit sich möglichst viele Menschen die Jobs der Zukunft in der Medizin-, IT-, Nano- und Umwelttechnik qualifizieren können. Dueck besticht in seinem Plädoyer für eine Exzellenzgesellschaft durch seine klare Analyse und seinen furchtlosen Zukunftsoptimismus, der Lust macht, gemeinsam aufzubrechen.

/// Das Buch

Gunter Dueck

Aufbrechen

Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen
€ 19,95 (D)/ sFr 31,90

ISBN 9783821865140

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/// Vita Gunter Dueck

Prof. Dr. Gunter Dueck, geboren 1951, ist Cheftechnologe bei IBM und leitet den Aufbau des Geschäftsbereiches ”Dynamische IT-Infrastrukturen“. Er studierte Mathematik und Betriebswirtschaft und war fünf Jahre Professor für Mathematik in Bielefeld. Dueck ist Fellow des amerikanischen Ingenieurverbandes IEEE und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Er ist im Hochschulauswahlausschuss der Studienstiftung des deutschen Volkes und Mitglied der IBM Academy of Technology. Der Autor zahlreicher Bücher lebt bei Heidelberg.

Sein Buch ”Abschied vom Homo Oeconomicus“ (Eichborn 2008) war auf der Shortlist für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2008. Für ”Lean Brain Management“ wurde er mit dem »Wirtschaftsbuchpreis 2006« von der »Financial Times Deutschland« und »getAbstract.com« ausgezeichnet.

Mehr unter www.omnisophie.com

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