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    "Überhaupt wirkt dieser Roman in seiner Diktion sehr existenzialistisch. Und es drängt sich - auch auf die Gefahr hin, Klischees zu bedienen - ein Vergleich mit der Ideenwelt Ingmar Bergmans auf: Dagermans Schwedische Hochzeitsnacht wäre ohne jeden Zweifel ein kongeniales Drehbuch für den großen Regisseur gewesen.
    So bleibt kein leichtes, aber ein faszinierendes, fantastisches Leseerlebnis von schier ungeheuerer Intensität; ein Buch, dem viele Leser zu wünschen sind."
    (Thomas Laux, Frankfurter Rundschau, 18. April 2010)

    "Stig Dagermans Roman läßt sich vieldeutig lesen: als Endzeitroman einer agrarisch-patriarchalen Gesellschaft, als Nachkriegsbild ohne Krieg oder als beinahe versöhnliche Idylle. Als was auch immer steht er seltsam zeitlos als ein erratischer Block in der literarischen Landschaft Europas. Noch nicht ganz fern, nicht mehr ganz nah. Ein Schaustück in einem Museum, in dem wir uns - nicht ohne Widerwillen - selbst erkennen können. Oder die, die uns vorangegangen sind."
    (Alan Claude Sulzer, Deutschlandradio, 27. Juli 2010)

    Stig Dagerman

    Schwedische Hochzeitsnacht

    Roman
    288 Seiten Geb. mit Pappschlaufe und Lesebändchen
    32.00 Euro, 50.90 sFr
    April 2010
    ISBN:9783821862309

    Ein verstörender Alptraum aus Gewalt und Maßlosigkeit in dörflicher Idylle

    »Je unfreier und armseliger das Leben ist, desto stärker werden unsere Vorstellungen von einem anderen Dasein, vom Leben in Freiheit und Ehre.« Stig Dagerman

     Auch das Glück braucht einen Raum, in dem es sich entfalten kann: Schonungslos schildert Stig Dagerman die Hochzeit des Schlachtermeisters Westlund mit Hildur Palm. Statt ländlicher Idylle offenbart Dagermans sezierender Blick ein grausames Geflecht boshafter Charaktere, die einander in Hass, Habsucht, Neid und sexueller Gier verbunden sind. In der Vorbereitung zum Fest begegnet die Dorfgemeinde sich selbst - und ertränkt das Entsetzen in einer grotesk geschilderten Nacht voll Gewalt und Alkohol.
    Stig Dagerman entlarvt das liebliche Bild schwedischer Behaglichkeit zwischen Seen und Wäldern, das nicht nur in Deutschland immer noch vorherrscht. Der expressionistische Stil des Romans ist der Empörung des jungen Dichters über die Bosheit und Niedertracht einer Dorfgemeinschaft geschuldet, die ihm selbst von Geburt an bekannt war. Schwedische Hochzeitsnacht nimmt in seiner verstörenden literarischen Wucht die gesellschafts-kritischen Abrechnungen Ingmar Bergmans mit seinem Land vorweg - und ist zugleich weit mehr als eine lokale Charakterstudie vom Leben in familialer Abhängigkeit und Beschränktheit.