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Ryszard Kapuscinski
" ... bleibt leise, feine, nicht immer schmerzfreie Prosa und ist jedem zu empfehlen, der über Literatur auch Verständigung sucht. Der entdecken und begreifen will."
(Eberhard Reimann, Neues Deutschland, 17. März 2010)
Ein Paradies für Ethnographen
Polnische Geschichten
Übersetzt von Martin Pollack und Renate Schmidgall
Vorwort von Martin Pollack
176 Seiten
16.95 Euro, 24.50 sFr
März 2010
ISBN:9783821858371
Erstmals auf Deutsch: frühe polnische Reportagen von Ryszard Kapuscinski
Eine Zeitreise in die Jahre vor und nach dem Krieg: Der Meister der literarischen Reportage über sein Heimatland Polen und das schwierige Verhältnis zu seinen Nachbarn.
Es ist der 11. September 1961, Montag. Zwei Frauen fliehen aus einem Altersheim in Szczytwo, Mutter und Tochter, Augusta und Margot. Sie kaufen zwei Fahrkarten und fahren mit der Bahn durch die schöne Landschaft der Masuren. Ihr Ziel ist Taubus, besser gesagt, das ehemalige Taubus, das jetzt Olecko heißt. Zwei Frauen, grau, erschöpft, entschlossen. Sie wollen ihr Haus am Ringplatz in Taubus zurück, sagen sie, weil Polen doch jetzt wieder deutsch sei ...
Die Helden in Kapuscinskis Reportagen, die in Wahrheit immer auch grandiose Erzählungen sind, sind kleine Leute: Umsiedler, die das Schicksal von einem Ende Polens an das andere geworfen hat, Menschen auf der Suche nach Arbeit und besseren Löhnen, deutsche Frauen, die sich nach Kriegsende nicht mehr zurechtfinden. Die große Politik bleibt ausgesperrt, stattdessen belauscht Kapuscinski die Gespräche und findet die Geschichten, in denen die Wirklichkeit jener Zeit - der fünfziger und sechziger Jahre in Polen - unvergleichlich aufscheint.
Die 17 erstmals in Buchform vorliegenden Reportagen vervollständigen das bei Eichborn erscheinende Gesamtwerk Kapuscinskis.

