Ebenso wie die beiden Schüler Eric Harris und Dylan Klebold, die vor fast genau zehn Jahren, am 20. April 1999, an der Columbine High School in Littleton, Colorado, 13 Menschen töteten und 21 Personen verwundeten.

Columbine wurde seitdem zum Vorbild vieler Nachahmungstaten. Manche der Attentäter kopierten die Tat bis ins Detail. Auch der Amokläufer von Winnenden war wie Klebold und Harris in einen schwarzen Kampfanzug gekleidet. Hat auch er Columbine zum Vorbild genommen, ebenso wie Robert Steinhäuser 2002 in Erfurt und Bastian B. in Emsdetten im November 2006?

Die von Joachim Gaertner in seinem dokumentarischen Roman »Ich bin voller Hass - und das liebe ich« zusammengetragenen Originaldokumente, Tagebücher, Verhörprotokolle und Aussagen von Beteiligten des Attentats an der Columbine High School zeigen auf eindringliche Art, was in jugendlichen Amokläufern vorgeht, und dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sich auch der Täter in Winnenden an dem Verbrechen in den USA orientierte.

Aus den Schulaufsätzen von Eric Harris und Dylan Klebold

Eric Harris 19.8.1998 Das letzte Jahr meiner Highschool-Ausbildung ist gekommen. Ich werde ein paar neue Themen kennenlernen, einige ältere mit neuen Augen sehen und zweifellos viele neue und nützliche Dinge lernen, die mir in meinem Leben helfen werden. Ich erwarte, dass ich in diesem Jahr lerne, meine Meinungen und Überzeugungen in einer zivilisierten, respektvollen Weise zu äußern. Und ich hoffe, mehr über die Menschen um mich herum, ihr Verhalten, ihre Überzeugungen zu lernen und gleichzeitig ihre Meinungen zu respektieren. Es ist ein hohes Ziel, jeden dafür zu respektieren, was er ist und woran er glaubt, statt Stereotype und Vorurteile zu haben. Auch wenn es für manche Leute - und auch für mich - schwierig sein wird, erwarte ich, in meinem letzten Highschool-Jahr diese Dinge zu lernen.
(Eric Harris, Schulaufsatz "Great Senior Expectations", 19.8.1998)

Dylan Klebold 18.8.1998 Das letzte Schuljahr kommt auf die Klasse von 1999 zu. Wie die meisten meiner Mitschüler bin ich mir unsicher, was ich davon erwarten soll. Aber ich nehme an, dass ich mehr Spaß haben werde als in allen Schuljahren bisher. Auf jeden Fall mehr Freiheit. Die Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen, ist auf jeden Fall absehbar. Ich werde vermutlich zu entscheiden haben, wie der Rest meines Lebens aussehen wird. Und eine dieser Entscheidungen wird die sein, wo ich leben will. Davon habe ich noch keine Ahnung. Eine andere dieser Entscheidungen wird sein, wie meine berufliche Laufbahn aussehen wird & wo ich meinen Beruf ausüben will. Diese und andere wichtige Entscheidungen gilt es in meinem letzten Schuljahr zu treffen.
(Dylan Klebold, Schulaufsatz "Senior Predictions", 18.8.1998)

Außerdem erwarte ich, mehr darüber zu lernen, wie man eine erfolgreiche und respektierte Führungspersönlichkeit wird und wie man Verantwortung übernimmt. Menschen führen zu können ist eine sehr bewundernswerte Qualität. Ich halte viel von Menschen, die gute, starke Führer sind und wissen, was sie tun. Von Menschen, die schwache, ungebildete Führer sind, halte ich nichts. Deshalb will ich ein starker Führer sein. Insgesamt, glaube ich, wird das Jahr voller Überraschungen sein.
(Eric Harris, Schulaufsatz "Great Senior Expectations", 19.8.1998)

/// Das Buch

 

Joachim Gaertner
Ich bin voller Hass - und das liebe ich

ISBN:9783821858487€ 16,95 (D)/sFr 28,90

Aus 25.000 Seiten Ermittlungsakten destilliert Joachim Gaertner einen Dokumentarroman, bei dem Entsetzen und Staunen über die künstlerische Fantasie der Täter eines der folgenreichsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte sich die Waage halten.

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Das Columbine-Hörspiel von Joachim Gaertner "Hass! Mehr Hass! Die Geschichte von Eric und Dylan" läuft als WDR-Produktion (Redaktion Isabel Platthaus) am 14.4. auf WDR-1Live (23.00 Uhr) und am 20.04. auf WDR 3 (23.05 Uhr). Das Hörspiel wird als podcast auf www.1live.de abrufbar sein.

/// Kurzbeschreibung

Die von Joachim Gaertner in seinem dokumentarischen Roman »Ich bin voller Hass - und das liebe ich« zusammengetragenen Originaldokumente, Tagebücher, Verhörprotokolle und Aussagen von Beteiligten des Attentats an der Columbine High School zeigen auf eindringliche Art, was in jugendlichen Amokläufern vorgeht, und dass es sehr wahrscheinlich ist, dass sich auch der Täter in Winnenden an dem Verbrechen in den USA orientierte.

/// Vita Joachim Gaertner

Joachim Gaertner wurde 1957 in München geboren. Er studierte Literaturwissenschaft, Linguistik, Indologie, Theologie und Kunstgeschichte in München und wurde danach Fernseh- und Hörspielautor. Er machte Filme für ARD, ARTE und 3sat, u. a. über Straßengangs in Los Angeles, die CIA, die Todesstrafe in den USA und Ernest Hemingway, Pier Paolo Pasolini und Ryszard Kapuściński.

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